Die Entwicklung und Anwendung Liquid-Biopsy-basierter diagnostischer Tests ist in der Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen am weitesten fortgeschritten. Durch die Analyse von frei zirkulierender Tumor-DNA, -RNA oder auch von Tumorzellen können die Art der Erkrankung, die beste Therapie sowie der Verlauf der Erkrankung engmaschig analysiert werden. Bei invasiven Gewebeprobenentnahmen hingegen ist dies nicht möglich. Erneut auftretende Tumore können Liquid-Biopsy-basiert erkannt werden, bevor dies mit bildgebenden Verfahren möglich ist.
Auf dem Weg zur personalisierten Medizin
Mittlerweile stehen auf dieser Basis zugelassene diagnostische Tests zu Verfügung. So wurde 2015 erstmalig ein diagnostischer Test zugelassen, der den genetischen Status einer bestimmten Art Lungenkrebs bestimmt. Dadurch ist eine zielgerichtete, personalisierte Therapie dieser Patientinnen und Patienten möglich geworden.
Zum Einsatz kommen molekularbiologische Methoden, die für die Stabilisierung von in Blutproben enthaltener DNA, RNA und zirkulierender Tumorzellen, die Isolierung der DNA und RNA sowie die Analyse mittels PCR oder Sequenzierung (Next Generation Sequencing – NGS) geeignet sind. Zusätzlich werden spezifische Bioinformatiklösungen eingesetzt.
Liquid Biopsy birgt enormes Potenzial hinsichtlich der frühzeitigen Erkennung und Therapie von Krankheiten im Rahmen personalisierter Medizin, der Steigerung der Behandlungseffizienz sowie der Reduktion von Belastungen für die Gesundheitssysteme.
