Zukunft

Hanfisolierung: Die grüne Revolution im Kühlversand

2 min Carolin Schächterle

Das Bild zeigt Versandboxen mit Hanfisolierung.
Bild: New England Biolabs GmbH

Wenn das Produktportfolio Enzyme und Reagenzien für molekularbiologische Anwendungen umfasst, sind diese fast ausnahmslos temperatursensibel. Daher arbeiten wir bei New England Biolabs GmbH (NEB) unter der Voraussetzung, dass unsere Produkte zuverlässig gekühlt und unversehrt bei unseren Kundinnen und Kunden ankommen. Lange Zeit war hier Styropor das Material der Wahl – leicht, kostengünstig und zuverlässig beim Halten der gewünschten Temperatur. Wir alle wissen, zum Schutz unserer Umwelt sollte so wenig Kunststoff wie möglich verbraucht werden, insbesondere, wenn es nach einmaliger Nutzung bereits entsorgt wird. Daher haben wir uns vor rund sieben Jahren auf die Suche nach Alternativen gemacht, um die rund 300 Styroporboxen, die täglich unser Lager verlassen, durch eine nachhaltige Alternative zu ersetzen.

Im Jahr 2019 kam der logistische Durchbruch: mit unserem Partner Landpack sind wir beim Versand unserer Kühlware auf nachhaltige Versandboxen mit Hanfisolierung umgestiegen – ein voller Erfolg! Diese Entscheidung war ein wertvoller Schritt in Richtung Nachhaltigkeit: seither haben wir etwa 432.000 Boxen aus Styropor eingespart!

Warum Hanf?

Hanf ist ein echtes Naturtalent mit einer vorbildlichen Ökobilanz. Die Hanfpflanze wächst jeden Tag bis zu 4 cm, bindet dabei überproportional viel CO2, verbessert die Bodenfruchtbarkeit und ist nahezu vollständig verwertbar. Diese Eigenschaften machen Hanf zu einem idealen Material für Isolierverpackungen.

Die Hanfisolierung erfüllt strengste Kriterien für einen zuverlässigen Versand. Sie ist stoßdämpfend, feuchtigkeitsregulierend und sehr gut isolierend. Diese Eigenschaften sorgen dafür, dass die Temperatur beim Kühlversand optimal gehalten wird und die Produkte sicher und unbeschädigt beim Empfänger ankommen.

Die Hanfisolierung besteht zu 100% aus nachwachsenden Rohstoffen aus europäischer Produktion. Die naturreine Verarbeitung der thermisch behandelten Fasern in Lebensmittelqualität garantiert höchste Reinheit. Zudem ist die Isolierleistung nach internen und externen Standards geprüft und mikrobiell zertifiziert, um den hohen hygienischen Ansprüchen der Life Science Industrie gerecht zu werden.

Die Kartonage kann als Altpapier entsorgt werden, während die Hanfisolierung im Biomüll entsorgt werden kann. Selbst die Vliesumhüllung aus Polymilchsäure (PLA) ist kompostierbar. Alternativ ist auch die Entsorgung im Restmüll möglich. Die Kühlakkus sind wiederverwendbar und bestehen aus PE-Folie und einem ungiftigen Gel auf Zuckerbasis, so dass sie bei Bedarf über den normalen Hausmüll entsorgt werden können.

Unsere Kundinnen und Kunden haben uns bereits mit kreativen Wiederverwendungsmöglichkeiten der Hanfisolierkissen überrascht: Die Tochter einer Kundin verwendet die Fasern als Einstreu in ihrem Playmobil-Pferdestall aber auch als Einstreu für die Hausratte wird das Material verwendet. Einige kompostieren sie im heimischen Garten, nutzen Sie als Winterschutz für Pflanzen oder als isolierendes Sitzkissen. Der Kreativität sind beim Upcycling keine Grenzen gesetzt.

Wir von NEB sind stolz darauf, dass wir seit Gründung vor über 50 Jahren mit der Haltung handeln, unseren Einfluss auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Mit Kreativität und Beharrlichkeit haben wir es geschafft unseren Styroporverbrauch nahezu komplett einzustellen.

Der Autor

Fabian Freiberg ist Mitarbeiter beim LSR-Mitgliedsunternehmen New England Biolabs GmbH.

Dieser Artikel ist Teil unserer Reihe: Nachhaltigkeit in der IVD- und LSR-Branche - wie kann eine Branche, die sich der Gesundheit verschrieben hat, gleichzeitig auch ihren Fußabdruck senken?